Loubna ist tot!

Trotz intensiver Bemühungen von uns allen konnte Loubna nicht gerettet werden

Lauterbach/Casablanca. 
Loubna war eine ausgesprochen freundliche und aufgeschlossene junge Frau. Während eines Besuchs Anfang des Jahres war sie plötzlich und unerwartet akut an einer Leukämie erkrankt. Die Ärzte der Asklepios Klinik Altona begannen zwar eine Krebstherapie, führten diese allerdings wegen einer nicht vorhandenen Kostenübernahme und weil sie sich durch die Patientin mit der Presse bedroht fühlten, so Rudi Schmidt in einem Gespräch mit uns in Stuttgart, nicht weiter fort. Loubna kehrte nach Marokko zurück. Am Montag verstarb  Loubna Semlali im staatlichen Krankenhaus in Casablanca.

Bei der Chemotherapie hat es wie auch damals in Hamburg erhebliche Komplikationen gegeben, die man leider nicht in den Griff bekam.

Über einen Monat haben wir alle hier im Team gekämpft, damit Loubna  in Deutschland weiter behandelt werden kann. Schon in Hamburg kam es während der ersten Chemo-Therapie zu erheblichen  Komplikationen. Loubnas ganze Hoffnung lag darin, einen geeigneten Knochenmark-Spender und Menschen zu finden,die ihr die  Behandlung finanzieren.  Sogar die marokkanische Botschaft und die Krebsstiftung  der Ehegattin Seiner Majestät König Mohammed VI wurden involviert. In dem Arztbrief der Asklepios Klinik heisst es :"Nach einer Reha empfehlen wir der Patientin die Weiterbehandlung in einer hämato-onkologischen Spezialklinik, die es auch in Casablanca, ihrem Wohnort, gibt". Doch auch der von uns eingeschaltete Krebsspezialist Dr. Ibrahim El Hentati in Casablanca, der fließend deutsch spricht, konnte offenbar der Patientin nicht helfen. Vermutlich reichten ihre finanziellen Mittel nicht aus, um sich in der teuren Privatklinik behandeln zu lassen.

Nach einer untypisch kurzen Reha in Westerland,  Sylt wurde die Patientin zunächst nach Kiel verlegt, weil es ihr nicht sonderlich gut ging. Dort blieb sie jedoch nicht einmal 24 Stunden, denn die Ärzte schickten sie trotz intensiver Vermittlungsversuche und Anfragen der TAZ, Marokko News und anderer Medien zurück in die Asklepios-Klinik. Die Ärzte dort waren bereits instruiert, als sie dort ankam. Am 20. April entließen  die Ärzte im AK Altona Loubna  "transportfähig"  aus dem Krankenhaus Nachdem auch weitere Versuche durch uns  eine Behandlungmöglichkeit oder Sponsoren zu finden, gescheitert waren, flog  Loubna  am 3. Mai nach Casablanca zurück.
Am Montag schloss Loubna für immer die Augen. Unser Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen: Ihrem kranken Vater und zwei kleinen Söhnen die sie hinterlässt.
Ein bitterer Nachgeschmack bliebt: hätten wir Loubna retten können, wenn man über Missverständnisse und gekränkten Stolz hinweggesehen hätte? 
Von Gott kommen wir und zu ihm kehren wir zurück!
Marjam Anja Siracusa
Contessa di Villalta
Chefredakteurin Marokko-News

 

 

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